Ein neues Vereinsheim

sepp pultDer FC Langengeisling bindet sich mit einer gewaltigen Baumaßnahme finanziell für die nächsten 25 Jahre. Aber die Mitglieder stimmten einstimmig und jubelnd dafür. Weil es ein Jahrhundertprojekt ist. Und weil die Stadt bei der Finanzierung kräftig mithilft.

Langengeisling– Ganz kurz hatten ihn seine Mitglieder überfordert. Georg Metzger bat um ein schönes Eckerl für den Stammtisch. Und Franz Ludwig, selbst Nichtraucher, sorgte sich: „Kriegen die Raucher auch a Platzerl?“ Da musste Sepp Kaiser kurz passen: „So weit samma no ned“. Für die entscheidende Frage, für die der Vorsitzende des FC Langengeisling am Freitagabend extra eine außerordentliche Versammlung im örtlichen Pfarrstadl einberaumt hatte, hatte er die gleiche Antwort wie alle anderen 149 anwesenden Mitglieder: Einstimmig  befürworteten sie den Neubau eines FCL-Vereinsheims inklusive der Umkleide-,Dusch- und sonstigen für den Sport nötigen Räume.

Die Kosten dafür: 2,55 Millionen Euro.

Die Stadt zahlt 1,85 Millionen Euro

plan bild1Die Stadt Erding zahlt davon 1,85 Millionen Euro für alle Baumaßnahmen, die dem sportlichen Bereich dienen, erläuterte Richard Graf. Den Rest will der FCL laut seinem Kassier so finanzieren: 174 000 Euro Eigenleistung, 111 000 Euro Vorsteuern aus den Baukosten des wirtschaften Anteils, 15 000 Euro Landkreis-Zuschuss und 400 000 Euro Darlehen, das die Stadt zinslos zur Verfügung stellt.

Dieses soll durch Pachteinnahmen innerhalb der kommenden 25 Jahre zurückgezahlt werden. Diese Zahlen hätten ihn zunächst nicht schlafen lassen, gesteht Graf. „Aber dann habe ich eine andere Rechnung aufgemacht. Wir haben 795 Mitglieder, auf die acht Euro Eigenleistung und 20 Euro Darlehen pro Jahr zukommen.“

Im restlos gefüllten Pfarrstadl hatte zuvor schon BLSV-Chef Adi Maier dem Erdinger Stadtrat dafür gedankt, dass er sein großes Interesse an dieser Infrastrukturmaßnahme mit dieser finanziellen Unterstützung unterstrichen habe. Und er lobte den FCL-Vorstand, der „eine realistische Grundlage geschaffen hat. Das war eine super Vorarbeit“.

plan bild2Im September 2016 hatte Kaiser sein erstes Gespräch mit Oberbürgermeister Max Gotz. Schnell sei man sich einig gewesen, dass etwas getan werden müsste. „Eine Sanierung wäre sowieso unumgänglich gewesen“, sagte Kaiser. Außerdem seien nicht zuletzt aufgrund des hochfrequentierten Kunstrasenplatzes und der Mädchen- und Frauenmannschaften („Wir sind die Einzigen im Stadtgebiet, die das anbieten“) zu wenig Kabinen vorhanden. Hinzu komme die infrastrukturelle Entwicklung durch die Nutzungsänderung des Fliegerhorsts.

OB Gotz erinnerte daran, dass Langengeisling in seiner Entwicklung durch den Militärflughafen und dem damit verbundenen Baustopp über viele Jahrzehnte stark eingeschränkt war. Als OB habe er die Pflicht, die Steuergelder der Bürger bestmöglich zu verwenden. Als einer, der selbst im Sport groß geworden sei, „habe ich da auch ein besonderes Verständnis für diesen sehr starken Sportverein“.

Er habe für einen Neubau plädiert, denn „eine Sanierung hätte auch schon 1,7 Millionen Euro gekostet“. Er machte aber auch deutlich, dass im Stadtrat, der schließlich keinen der 400 Vereine in der Stadt bevorzugen müsse. „Um den Beschluss wurde hart gerungen. Er war auch nicht einstimmig.“ Das Votum sei allerdings mit 27:10 Stimmen sehr klar für die Maßnahme ausgefallen. Eine Absage erteilte er allerdings dem Wunsch nach zwei Betriebswohnungen.

plan bild3Die Sorge von Vereinsmitglied Thomas Schmidbauer, dass sich ohne Wohnung die Gaststätte nicht verpachten ließe, entgegnete Kaiser so: „Inzwischen schlagen sich in der Region Vereine mit Wirten rum, die zwar die Gaststätte nicht mehr betreiben, aber nicht aus der Wohnung zu kriegen sind. Wir werden aber einen Personalraum schaffen.“

FCL plant keine Beitragserhöhung

Eine Erhöhung des Vereinsbeitrages, Schmidbauers zweite Frage, sei nicht vorgesehen. Kaiser: „Wir haben unser Beitragssystem letztes Jahr umgestellt. Aber vielleicht gibt es eine einmalige Vereinsumlage.“ Dies sei aber nur eines der Modelle, an denen der Vorstand bezüglich der Eigenleistung arbeite.

Genau das interessierte nämlich auch Peter Ganser, wie man denn als Mitglied helfen könne. Aufgrund der vielen Bau-Vorschriften, und weil es nicht mehr so viele Bauarbeiter und Handwerker gebe, gehe da nicht mehr so viel wie früher. „Aber beim Abriss, bei Maler-Arbeiten, Bodenbeschichtung oder etwa beim Einbau der Kabineneinrichtung können wir jede Hilfe brauchen“, antwortete Kaiser. Außerdem zähle unter „Eigenleistung“ eben auch die finanzielle Hilfe von privaten Gönnern oder Unternehmen.

Kaiser erinnerte daran, dass der FCL schon immer große Projekte gestemmt habe. Er machte das an zwei Namen fest: „Als 1953 das Fuaßboihäusl gebaut worden ist, waren Franz Fellner und Wast Hartinger als 14-jährige Maurerlehrlinge dabei.“ In den Siebzigern, als man sich andernorts noch immer beim Wirt umziehen musste, seien die beiden dann Vorarbeiter beim Bau der neuen Sportanlage gewesen. „Und deshalb laden wir die beiden auch sehr gern zur Grundsteinlegung ein“, sagte der FCL-Chef.

Das Datum dafür konnte er noch nicht sagen. Der Abriss des Gebäudes soll im Juni nächsten Jahres erfolgen. Mit Containern für Umkleiden, Duschen, Toiletten und eventuell für eine Kantine werde der Vereinsbetrieb weiterlaufen. „Im September 2019 sollen die Kabinen fertig sein. Die Gasträume werden etwas länger brauchen“, kündigte Kaiser an, der sich bei der Familie Hupfer bedankte, die die Wiese vor dem Sportpark für Parkplätze zur Verfügung stellt. Kaiser wurde feierlich: „Mit dem neuen Gebäude stellen wir die Weichen für das zweite FCL-Jahrhundert.“

Selbst der Architekt ist ergriffen

Das passte zur Stimmung im Saal, die das von Schriftführer Andreas Graf angestimmte „Einmal Geisling, immer Geisling“ so laut intonierten, dass man es im 100 Meter entfernten Gasthaus Pfanzelt noch gehört haben dürfte. „Dort wurde der FCL 1920 gegründet“, erinnerte Kaiser. Dieser Begeisterung konnte sich auch Architekt Uli Reiser nicht entziehen: „Zuerst habe ich mich über die Aufgabe gefreut. Inzwischen ist es mir eine Ehre, da mitmachen zu dürfen.“ Und es sollen auch möglichst viele Mitglieder mitarbeiten. „Ihr seid der Verein“, rief auch BLSV-Chef Maier den Mitgliedern zu, und Kaiser sagte nach dem einstimmigen Votum: „Des habt’s eich selber eibrockt. Jetzt geht’s erst richtig los.

FCL auf Welttour

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